Wie kommen Immobilienpreise zustande?
Wichtige Preisfaktoren bei der Immobilienbewertung
Der Preis einer Immobilie ist kein Zufall. Er entsteht im Zusammenspiel objektiver Fakten und subjektiver Wahrnehmung – und wird letztlich durch eine zentrale Frage bestimmt: Was ist ein Käufer bereit, für dieses Objekt zu bezahlen? Dieser Artikel erklärt, welche Faktoren Immobilienpreise in der Schweiz massgeblich beeinflussen – und wie diese Faktoren systematisch zu einem Marktwert zusammengefasst werden.
Die Entscheidung des Käufers: Vergleichen, Abwägen, Entscheiden
Ein Käufer vergleicht: mehrere Objekte, unterschiedliche Lagen, verschiedene Zustände und Preise. Dabei misst er – teils bewusst, teils unbewusst – jedem Teilaspekt eines Objekts einen bestimmten Wert zu.
Manche Merkmale lassen sich klar benennen, z.B. die Wohnfläche oder die Grundstückgrösse. Andere Eindrücke sind schwerer greifbar: das Gefühl beim Betreten eines Raums, die Architektur, die Stimmigkeit des Gesamtbilds. Beide Arten von Wahrnehmungen fliessen in die Kaufentscheidung ein.
Das Ergebnis des Gesamteindruck, schlägt sich in einer Zahlungsbereitschaft niederschlägt. Genau hier setzt die professionelle Immobilienbewertung an: Sie nähert sich aufgrund von Erfahrungswerten möglichst nahe an die zu erwartende Zahlungsbereitschaft eines durchschnittlichen Käufers an.

«Bei der Immobilienbewertung füge ich alle relevanten Preisfaktoren zusammen, um die zu erwartende Zahlungsbereitschaft eines durchschnittlichen Käufers möglichst genau abzuschätzen. Das erlaubt es mir, Ihre Immobilie zum richtigen Preis am Markt anzubieten.»
Stephanie Komminoth, Immobilienmaklerin
Lage: Der wichtigste Preisfaktor
Kein Merkmal beeinflusst den Immobilienpreis so stark wie die Lage. Es wird dabei zwischen Makrolage und Mikrolage unterschieden.
Makrolage: Die Region zählt
Die Makrolage beschreibt das grössere geografische Umfeld einer Immobilie – also Kanton, Stadt oder Gemeinde. Sie umfasst Faktoren wie Wirtschaftskraft, Steuerniveau, Erreichbarkeit, Infrastruktur und allgemeine Lebensqualität.
In der Schweiz bestehen erhebliche Preisunterschiede zwischen den Regionen. Besonders gefragte Makrolagen sind:
• Kanton Zug: Tiefe Steuern, hohe Kaufkraft und Nähe zu Zürich machen die Region zu einer der begehrtesten – und teuersten – der Schweiz.
• Zürichsee-Gemeinden (Küsnacht, Zollikon, Herrliberg): Statuslage mit entsprechend hohen Preisen.
• Genferseeregion (Genf, Lausanne): Internationale Nachfrage und begrenztes Angebot treiben die Preise.
• Luzern und Innerschweiz: Attraktive Naturlage mit vergleichsweise moderateren Preisen als Zürich oder Zug.
Weniger gefragte Makrolagen – beispielsweise periphere Gemeinden im Jura oder strukturschwächere Regionen im Wallis – weisen entsprechend niedrigere Quadratmeterpreise auf, selbst bei identischen Objekteigenschaften.

Mikrolage: Die unmittelbare Umgebung entscheidet
Innerhalb derselben Gemeinde können zwei Objekte stark unterschiedliche Preise erzielen – allein aufgrund ihrer Mikrolage. Sie beschreibt das direkte Umfeld: Strassenlärm, Ausblick, Besonnung, Nachbarschaft, Nähe zu Einkauf, Schule und öffentlichem Verkehr.
Beispiel gute Mikrolage: Ein Einfamilienhaus in Unterägeri am Hang – ruhige Wohnstrasse, unverbaubarer Blick auf den Ägerisee, Südausrichtung, 10 Gehminuten zum Ortskern. Solche Eigenschaften rechtfertigen einen deutlichen Preisaufschlag.
Beispiel schlechte Mikrolage: Ein vergleichbares Objekt in derselben Gemeinde – direkt an einer stark befahrenen Strasse, Nordlage ohne Fernblick. Trotz identischer Wohnfläche ist die Zahlungsbereitschaft spürbar tiefer.
Wichtig zu wissen: Rund 80 % aller Liegenschaften in der Schweiz sind weder Top- noch Schlechtestlage – sie befinden sich sowohl bei der Mikro- als auch bei der Makrolage im mittleren Bereich, sind also gut miteinander vergleichbar.
Alter und Baustil des Gebäudes
Das Alter einer Immobilie beeinflusst den Preis auf zwei Ebenen.
Erstens durch den Renovationsbedarf: Ältere Gebäude erfordern oft Investitionen in Heizung, Dämmung, Sanitär oder Elektrik. Käufer antizipieren diese Kosten und ziehen sie – bewusst oder unbewusst – von ihrer Zahlungsbereitschaft ab.
Zweitens durch den Baustil: Architektonische Vorlieben sind zeitabhängig. Objekte aus den 1970er- und 1980er-Jahren mit kleinen Schlafzimmern oder veralteten Materialien stossen heute auf weniger Nachfrage als Bauten mit zeitgenössische Architektur. Ausnahmen bilden gut erhaltene und charakterstarke Objekte mit klarer Identität.
Flächen: Mehr ist mehr – aber nicht linear
Grösse hat ihren Preis. Ein grösseres Grundstück oder mehr Wohnfläche erhöhen den Gesamtwert einer Immobilie klar. Allerdings gilt: Der Preis pro Quadratmeter sinkt mit zunehmender Fläche.
Eine 200 m²-Wohnung kostet nicht doppelt so viel wie eine 100 m²-Wohnung – sie kostet mehr, aber der Quadratmeterpreis ist tiefer. Dasselbe Prinzip gilt für Grundstücke: Grosse Parzellen werden pro m² günstiger bewertet als kleinere, gut geschnittene Grundstücke in derselben Lage.
Relevant sind aber natürlich nicht nur die Flächen selbst, sondern auch ihre Qualität: Ein 800 m²-Grundstück mit Südgarten ist deutlich mehr Wert als ein gleich grosses Grundstück in Nordlage oder mit ungünstiger Form. Nicht zuletzt spielt auch die Ausnützungsziffer eine Rolle. Durch Bestrebungen zur Verdichtung kann die Ausnützungsziffer gegenüber dem Kaufzeitpunkt anders sein und entsprechend den Wert beeinflussen.
Zustand: Küche und Bad entscheiden über den ersten Eindruck
Der allgemeine Zustand einer Immobilie beeinflusst sowohl den rationalen als auch den emotionalen Preis. Käufer sehen Renovationsbedarf und rechnen – oft überschlägig und grosszügig – Kosten in ihre Zahlungsbereitschaft ein.
Besonders prägend sind Küche und Bad: Diese Räume sind kostenintensiv in der Renovation und prägen den Gesamteindruck einer Besichtigung überproportional stark. Eine zeitgemässe, gepflegte Küche kann den wahrgenommenen Wert einer Liegenschaft deutlich steigern – auch wenn der Rest des Hauses in durchschnittlichem Zustand ist.
Umgekehrt kann eine veraltete Küche oder ein erneuerungsbedürftiges Badezimmer den Preis stärker drücken, als es die reinen Renovationskosten rechtfertigen würden – weil der emotionale Eindruck der Besichtigung negativ geprägt wird.
Beim professionellen Verkauf nehmen wir darauf Rücksicht und arbeiten mit Architekten und Designern zusammen, um eine realistische Preiseinschätzung zu ermöglichen.


Die hedonische Bewertung: Wenn alle Faktoren zusammenfliessen
All diese Einflussfaktoren – Lage, Alter, Fläche, Zustand, Baustil – werden in der professionellen Immobilienbewertung systematisch erfasst und gewichtet. Die Methode dafür heisst hedonische Bewertung.
Was bedeutet «hedonisch»? Der Begriff leitet sich vom griechischen hedone (Lust, Freude) ab. In der Ökonomie beschreibt die hedonische Methode einen Ansatz, bei dem der Preis eines Gutes in die Preisbeiträge seiner einzelnen Eigenschaften zerlegt wird.
Bei Immobilien funktioniert das so: Auf Basis tausender realer Transaktionsdaten wird statistisch ermittelt, wie viel jede Eigenschaft – Lage, Wohnfläche, Baujahr, Zustand usw. – zum Marktpreis beiträgt. Das Ergebnis ist ein Rechenmodell, das für ein spezifisches Objekt einen statistisch fundierten Marktwert errechnet.
Die hedonische Bewertung ist heute der Branchenstandard in der Schweiz. Banken, Versicherungen und Fachgutachter nutzen diesen Ansatz – weil er objektiv nachvollziehbar ist und auf Marktdaten basiert.
Wie Boutique Homes Immobilien bewertet
Bei Boutique Homes stehen zwei Bewertungswege zur Verfügung – je nach Ausgangslage und Informationsbedürfnis:
Sofortbewertung: Erste Orientierung in wenigen Minuten
Die Sofortbewertung basiert auf einem vereinfachten hedonischen Modell. Anhand weniger Angaben – Lage, Fläche, Baujahr, allgemeiner Zustand – wird ein erster Richtwert für den Marktwert Ihrer Immobilie berechnet. Das Tool ist kostenlos, unverbindlich und liefert innerhalb von Minuten eine erste Einschätzung.
Die Sofortbewertung eignet sich als Orientierungshilfe – zum Beispiel für Eigentümer, die noch in einer frühen Überlegungsphase sind und zunächst verstehen möchten, in welchem Preisbereich ihre Liegenschaft liegt.
Führen Sie eine Sofortbewertung durch →
Expertenbewertung: Fundiert, individuell, persönlich
Die Expertenbewertung durch Stephanie Komminoth geht deutlich weiter. Sie berücksichtigt neben den Standardfaktoren auch Merkmale wie den architektonischen Charakter des Objekts, den Zustand einzelner Gebäudeteile im Detail, aktuelle Marktentwicklungen in der Region, sowie vergleichbare Transaktionen auf dem lokalen Markt.
Das Ergebnis ist eine fundierte, schriftlich dokumentierte Einschätzung des Marktwerts – als solide Grundlage für Verkaufsentscheidungen, Preisverhandlungen oder persönliche Planungen.
Die Expertenbewertung ist persönlich, kostenlos und unverbindlich. Wenn Sie den Marktpreis Ihrer Liegenschaft wirklich verstehen möchten, sind Sie hier richtig.
Erfahren Sie mehr über die Expertenbewertung →

Ihre Ansprechperson
Stephanie Komminoth
Inhaberin • Immobilienmaklerin
✆ +41 77 423 83 88
✉ steffi@boutiquehomes.ch


